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Historisches - über Planitzer Schützen und unseren Verein

 

Kurzer Einblick in die Geschichte der Planitzer Sportschützen
(von Klaus Reichelt)


Sportschießen gibt es in Planitz seit nahezu 110 Jahren. Schon 1892 gab es den ersten Schützenverein. Im Laufe der Jahre wurden es mehr als 100 Vereine.

1892 gab ein stattliches Gebäude an der Lengenfelder Straße dem Schützenverein, dem Militärverein und einem Kegelklub eine Heimat. Es gab einen Schießstand im Garten und zwei Schützenstuben im Hause. Der Schützenverein hatte beachtlichen Zulauf, sodass ein Jahr später schon 92 Mitglieder vermerkt wurden.

1897 bekamen die Schützen ihre erste Fahne. Nach dem Ersten Weltkrieg und einigen Jahren ohne Heimstätte konnte der Verein am Kreuzberg ein Gelände pachten, auf dem am 13. Juni 1926 ein Schießhaus feierlich eingeweiht wurde.

Allmählich entwickelte sich ein aktives Vereinsleben. Beispielsweise fand im Juni 1929 ein "Volksschützenfest" statt, das vier Tage andauerte. Dabei fand auch das traditionelle Vogelschießen statt, wobei wie üblich der Königsschuss einem finanzkräftigen Vereinsbruder gelang. Im Jahre 1929 war es der Braumeister der Schlegelbrauerei. Der alte und der neue Schützenkönig wurden gefeiert und durften am Montag ihre Schützenbrüder bewirten.

Höhepunkt in der Geschichte der Planitzer Schützen waren wahrscheinlich die Festlichkeiten zum vierzigjährigen Bestehen des Vereins, die Ende Mai 1932 stattfanden und an denen bei einem Volksfest die ganze Stadt und zahlreiche Brüdervereine teilnahmen. Dabei wurde feierlich eine neue Vereinsfahne mit dem Motto "Scharfes Auge, sichere Hand und ein Herz für unser Vaterland" eingeweiht.

Die Machtübernahme der Nazis ging auch an der Schützengesellschaft nicht spurlos vorüber. Mit dem 1.1.1936 kam eine nationalistische Neuordnung des Schießsports, nämlich eine vorwiegend militärische Ausrichtung. 1945 brachte das vorläufige Ende der Schützengesellschaft. Die Freunde des Schießsports hatten frühestens ab 1958 bei der GST die Möglichkeit, ihrem Hobby nachzugehen.

 

 
Chronik des 1. GSZ
Text von Gerhard Zuber anläßlich unseres 10-Jährigen Bestehens
(Bilder D. Hunecke und T. Schmidt)


Eigentlich beginnt die Geschichte unseres Vereins in den Reihen des 1. Zwickauer Schützenvereins 1990 e.V., der sein Zuhause auf dem Lerchenweg hat. Dort wurde aber nur Kleinkaliber geschossen, und deshalb schlossen sich sieben Schützenkameraden zusammen und gründeten am 26.10.1991 den

1. Großkaliber Schützenverein Zwickau e.V. (GSZ)  

Im gleichen Jahr wurde der Verein in den Dachverband der DSU (Deutsche Schießsport Union - Sitz in Weißenthurm) mit der Nummer V-105/91-SN aufgenommen.

Initiator des Geschehens war E. Richtsteiger, der auch die Verbindung zu dem DSU-Funktionär M. Lockhoff herstellte, von welchem man damals wertvolle Hinweise erhielt.
Weitere Gründungsmitglieder waren:

M. Osterhag, F. Lange, L. Billing, C. Krysmann, D. Hunecke, J. Weiß

M. Lockhoff war es auch, der den Schützenkameraden die Möglichkeit bot, regelmäßig in Helmbrechts (Oberfranken) ihrem Hobby nachzugehen, denn der 1. GSZ hatte weder einen eigenen Schießstand noch eigene Waffen. Helmbrechts wurde sozusagen zur “Lehr- und Lernanstalt” in vielerlei Hinsicht.

Bald besaß der Verein auch eigene Waffen, und es konnten Schießanlagen in der näheren Umgebung (z.B. Niederlungwitz) genutzt werden. Die Waffen (4 Kurzwaffen, 1 Selbstladegewehr) wurden beim 1. Schützenmeister , F. Lange, deponiert und von ihm auch zu den Schießübungen transportiert und anschließend gewartet. Dieser Zustand dauerte einige Jahre - vielen Dank hier an F. Lange. Heute hat der Verein eine eigene Waffenkammer, in der etliche Waffen sicher aufbewahrt werden.

Der Wunsch nach einer eigenen Schießanlage war von Anfang an da und wurde immer lauter. Der damalige Vorsitzende, E. Richtsteiger, fand ein geeignetes Objekt, und zwar die (innen) zur Ruine verkommene Kegelbahn in der Kleingartenanlage “Am Kreuzberg”. Ein Mietvertrag wurde am 01.07.1992 mit dem Gartenvorstand abgeschlossen, und ein Antrag vom 04.05.1993 beim Bauordnungsamt auf Nutzungsänderung fand am 01.09.1993 Zustimmung. Die eigentliche Baugenehmigung erhielt der Vorstand am 18.07.1995, und zwei Monate später begann der Umbau. Der Stadtsportbund unterstützte das Vorhaben mit 30.000 DM. Nachdem das notwendige Lärmgutachten erstellt war (24.02.1996), konnte endlich die Anlage am 27.04.1996 feierlich eröffnet werden. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Schützenkameraden A. Johnigk. Er sorgte dafür, daß der Bau zügig voranging und daß sparsam gewirtschaftet wurde. 1852 Stunden während der der gesamte Bauzeit wurden von den Vereinsmitgliedern geleistet und dabei ein Wert von 108.000 DM erarbeitet (allein der Bau des Parkplatzes nahm 584 Stunden in Anspruch).

Schießübungen finden fünfmal in der Woche statt, seit 1995 nehmen unsere Schützenkameraden an den Deutschen Meisterschaften der DSU teil. Zahlreiche vordere Plätze konnten schon belegt werden. Seit dem selben Jahre gibt es auch regelmäßige Vereinsmeisterschaften. Unsere Mitglieder nehmen auch an den Ligawettbewerben der DSU teil.

Zu einer besonderen Tradition haben sich das “Weihnachtsgansschießen” und das “Neujahrsschießen” auf eine Erinnerungsscheibe entwickelt. Zum Langwaffenschießen fahren Mitglieder unseres Vereins mehrmals im Jahr nach Schneckengrün.

 
Besuch des Langwaffenschießstandes in Schneckengrün im September 2003
 
 
Doch auch einen schweren Schicksalsschlag hat der Verein hinnehmen müssen. Am 17.03.1999 stand die Anlage in Flammen und wurde trotz des Einsatzes der Feuerwehr, die den Brand um Mitternacht löschen konnte, völlig zerstört. Der 1. GSZ stand vor einem Chaos. Auf einer Krisensitzung des Vorstandes in der Gaststätte “Am Kreuzberg” am 22.03.1999 wurde beschlossen, die Anlage wieder aufzubauen. Dieser Beschluß wurde auch auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16.04.1999. in der “Lichten Tanne” bestätigt. Noch einmal konnte sich in bewährter Weise A. Johnigk als “Bauleiter” in Szene setzen.
Schon am 01.06.1999 wurde die Anlage - nun noch besser und zweckmäßiger - wieder in Betrieb genommen. Aus diesem Anlaß stiftete die Firma Neidhardt (Jagd und Freizeit) eine Ehrenscheibe, die von sieben besonders tüchtigen Schützen beschossen wurde.

Zwei Schützenkameraden, die beim Wiederaufbau besonders in Erscheinung traten, ernannte der Vorstand zu Ehrenmitgliedern: A. Johnigk und H. Mirthes.

Weitere Personen sei an dieser Stelle ein besonderer Dank ausgesprochen für Mithilfe und Unterstützung in vielfältigster Art und Weise: N. Voß, K-H. Weber, S. Leonhardt, A. Johnigk, G. Meinecke, G. Maron, H. Hofmann, H. Mirthes, H. Trautner, W. Töpfer, B. Meinhold, M. Schmelzer, M. Treu, M. Lengerer, R. Weigel, F. Jakob, J. Trommer

Im Dezember 1999 trat der Mitbegründer und 1. Vorsitzende des Vereins, E. Richtsteiger, aus dem Verein aus. An dieser Stelle sei ihm noch einmal für sein Engagement gedankt. An seine Stelle trat bis zum heutigen Tag mit einer nur einjährigen Unterbrechung A. Johnigk.

Eine Sternstunde in seiner Geschichte erlebte unser Verein am 08.07.2000. Die von allen lang erwartete und zu zwei Dritteln von Vereinsmitgliedern durch Spenden finanzierte Vereinsfahne konnte feierlich geweiht werden. Das 110jährige Bestehen der Kleingartenanlage “Am Kreuzberg” bildete dazu einen geeigneten Rahmen. Selbstverständlich wurde der Ablauf probiert, sogar das Salutschießen. Am 08.07.2000 - das Wetter war uns nur teilweise hold - war es endlich soweit. Zahlreiche Planitzer säumten den Platz und befreundete Vereine kamen zum Gratulieren:

Schützenverein Mosel e.V., Heimatverein Oberrothenbach e.V., Neumarker Schützenverein 1865 e.V., Schützenverein Langebach 1990 e.V., 1. Zwickauer Schützenverein 1990 e.V.

Stadtrat Frank Seidel hielt eine Festrede, und Pater Barzen von der Ordensgemeinschaft der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria übernahm die Zeremonie der Fahnenweihe. Wir übergaben Pater Barzein 200 DM Spenden für die Kindertagesstätte St. Nepomuk. Pater Barzen schenkte uns eine handgemalte Ehrenscheibe. Beendet wurde dieser feierlich Akt durch das Salutschießen.
 
Die Fahne wird in der Stickerei abgeholt
 
Stadtrat Frank Seidel bei der Festrede
 
Fahnenweihe
 
Ehrenscheibe
 
 
Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte sollte der Tag der Sachsen am 03.09.2000 werden. Schlechte Organisation seitens der Veranstalter und noch schlechteres Wetter bereiteten nicht nur dem Fahnenträger M. Schmelzer sondern auch allen anderen Teilnehmern schlechte Laune. Trotzdem konnte an diesem Tag zum ersten Mal seit der Weihe unsere Vereinsfahne der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Wir Schützenkameraden blicken auf eine ereignisreiche 10 jährige Geschichte zurück, die erst durch die politische Wende in Deutschland möglich wurde und natürlich durch das Engagement von Personen, die in dieser Chronik verewigt sind.